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Der Gender Data Gap im Sport: 93 % der Studien sagen nichts über deinen Körper aus

Nur 7,15 % aller Sportstudien werden ausschließlich an Frauen durchgeführt, obwohl Frauen rund 49,7 % der Weltbevölkerung ausmachen (Ose et al., 2025). Die meisten Trainingsempfehlungen basieren also auf Daten, die primär am männlichen Körper erhoben wurden.


Nur 7 Prozent aller Sportstudien werden ausschließlich an Frauen durchgeführt – Statistik aus Ose et al., 2025

Wie viele Sportstudien werden nur an Frauen durchgeführt?


Drei große, unabhängige Bestandsaufnahmen der Sportwissenschaft zeigen ein bemerkenswert konstantes Bild:

  • Cowley et al. (2021) untersuchten 5 261 Publikationen aus sechs großen Sportwissenschafts-Journalen (2014–2020). 63 % der Studien schlossen beide Geschlechter ein, 31 % waren reine Männerstudien und nur 6 % waren reine Frauenstudien.

  • Ose et al. (2025) führten eine Folgestudie durch und analysierten 1.441 Studien mit über 40 Millionen Teilnehmenden aus denselben drei Journalen (2021–2023). Zwar stieg der Frauenanteil auf 43,95 % der Gesamtteilnehmenden, jedoch wurden nur 7,15 % der Studien ausschließlich mit Frauen durchgeführt, während es 18,6 % reine Männerstudien gab.


Warum sind Frauen in der Forschung unterrepräsentiert, obwohl sie fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen?


Aktuell machen Frauen rund 49,7 % der Weltbevölkerung aus – praktisch die Hälfte. Diesem Anteil steht jedoch eine Forschungslandschaft gegenüber, in der reine Frauenstudien die klare Ausnahme sind. Das liegt nicht nur an der oft zitierten Begründung, hormonelle Schwankungen würden Studienergebnisse „verunreinigen" – die FDA schloss Frauen von 1977 bis 1993 pauschal aus frühen klinischen Studien aus, und bis heute fließen nur rund 9–11 % der weltweit größten Forschungsförderung (NIH) in frauenspezifische Gesundheitsforschung, bei koronarer Herzkrankheit sogar nur 4 %. Auch wer forscht, spielt eine Rolle: Selbst bei reinen Frauenstudien in der Sportwissenschaft sind 62 % der leitenden Autorenpositionen mit Männern besetzt, und in der Stichprobe zeigten Journale mit männlich dominierten Redaktionsgremien tendenziell schwächere Forschungsqualität zu frauenspezifischen Themen (Cowley et al., 2024). Das Resultat ist ein Forschungsstand, der überwiegend am männlichen Körper kalibriert wurde.


Vergleich: Frauenanteil an der Weltbevölkerung 49,7 Prozent gegenüber nur 7 Prozent reinen Frauenstudien im Sport

Die meisten Trainingsempfehlungen, Belastungsgrenzen und „Best Practices“, die du im Internet, im Fitnessstudio oder sogar in manchen Kursen hörst, wurden ursprünglich an männlichen Körpern gemessen und dann einfach auf Frauen übertragen.

Dabei wurde keine Anpassung an den Hormonzyklus, die Beckenanatomie, das Bindegewebsverhalten in der Schwangerschaft oder die strukturellen Veränderungen nach der Geburt vorgenommen. Das wird besonders bei allem, was mit Schwangerschaft, Wochenbett und Beckenboden zu tun hat, deutlich. Diese Themen kommen in der männlich geprägten Sportforschung schlicht nicht vor, da sie an männlichen Körpern nicht existieren.

Wie geht miofit mit dieser Forschungslücke um?


Ich orientiere mich bei miofit deshalb bewusst nicht an den „XX %“-Studien, also Untersuchungen, deren Ergebnisse aus überwiegend männlichen Stichproben stammen und die nur mitgemeint auf Frauen übertragen werden.


Mein Personal Training und Coaching richte ich hingegen an den 7,15 %-Studien aus, also an der relevanten Zahl an Untersuchungen, die sich ausschließlich mit dem weiblichen Körper beschäftigen, mit Schwangerschaft, Geburt, Rückbildung und dem Beckenboden als eigenständigem System und nicht als Fußnote.

Häufige Fragen

  • Wie viel Prozent der Sportstudien schließen nur Frauen ein?

  • 7,15 % (Stand: 2025), während es 18,6 % reine Männerstudien gibt (Ose et al., 2025).


  • Warum gibt es einen Gender Data Gap in der Sportwissenschaft?

  • Frauen wurden historisch häufig aus Studien ausgeschlossen, unter anderem mit der Begründung, dass hormonelle Schwankungen die Ergebnisse verfälschen würden. Das hat zu einem Forschungsstand geführt, der überwiegend an männlichen Körpern kalibriert ist.


  • Hat sich der Gender Data Gap im Sport in den letzten zehn Jahren verbessert?

  • Kaum. Zwar stieg der Gesamt-Frauenanteil an den Studienteilnehmenden von 39 % im Jahr 2014 auf 43,95 % im Jahr 2025, der Anteil reiner Frauenstudien liegt jedoch weiterhin bei nur rund 7 %.


  • Was bedeutet das für mein Training?

  • Viele allgemeine Trainingsempfehlungen basieren auf Daten, die primär an Männern erhoben wurden. Bei Themen wie Schwangerschaft, Rückbildung und Beckenboden lohnt es sich deshalb, gezielt nach Studien zu suchen, die am weiblichen Körper durchgeführt wurden.


Über die Autorin:

Viola ist die Gründerin von miofit® und Fitness-Trainerin mit Spezialisierung auf Beckenboden, Rückbildung und Frauenfitness. Über ihre miofit®-Kurse und das 1:1-Premium-Coaching hat sie bereits über 800 Frauen durch Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung begleitet – online und vor Ort in Düsseldorf, auf Deutsch und Englisch. Ihr Ansatz: Training, das auf Forschung am weiblichen Körper basiert.


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Quellen

Cowley, E. S., Moore, S. R., Olenick, A. A., & McNulty, K. L. (2024). "Invisible sportswomen 2.0"—Digging deeper into gender bias in sport and exercise science research: Author gender, editorial board gender, and research quality. Women in Sport and Physical Activity Journal, 32(1), 1–8. https://doi.org/10.1123/wspaj.2023-0039

Laxdal, A. (2023). The sex gap in sports and exercise medicine research: Who does research on females? Scientometrics, 128(3), 1987–1994. https://doi.org/10.1007/s11192-023-04641-5

Association of American Medical Colleges. (2024, March 26). Why we know so little about women's health. AAMC. https://www.aamc.org/news/why-we-know-so-little-about-women-s-health

Ose, B. M., Eisenhauer, J., Roepe, I., Herda, A. A., Vopat, B. G., & Vopat, L. M. (2025). Where are all the female participants in sports and exercise medicine research? A decade later. The American Journal of Sports Medicine, 53(8), 2022–2028. https://doi.org/10.1177/03635465241278350

Smith, K. (2023, May 3). Women's health research lacks funding – these charts show how. Nature. https://doi.org/10.1038/d41586-023-01475-2


 
 
 

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